Manchmal sitzt euer Mottinger mit seiner Wiener Melange da, scrollt durch die Nachrichten und denkt sich nur, jetzt ist es also wirklich so weit. Ich war gerade erst wieder im Kino, Popcorn viel zu teuer, der Saal halb leer, aber ich hab diesen Geruch geliebt. Hollywood hat harte Zeiten gerade, das merkt man. Da überrascht dann eine mögliche Fusion zwischen Warner Bros. und Netflix einem nicht mehr wirklich. Wer’s noch nicht mitbekommen hat, hier und hier gibt’s alle aktuellen Infos. Klingt zuerst eh modern, eh logisch, eh alternativlos. Und trotzdem zieht es mir ein bissl den Magen zusammen.
Warner Bros. war für mich immer so ein klassisches Hollywood Ding. Ein Studio mit Geschichte, mit Ecken und Kanten, mit Filmen, die sich noch wie Kino angefühlt haben. Und jetzt soll das alles Teil von einer App werden, die mir auch sagt, was ich als Nächstes schauen soll, während ich am Handy häng. Super. NOT!
Euer Mottinger hat nix gegen Streaming, ganz im Gegenteil. Büdde Büdde, nicht falsch verstehen. Ich schau selber Serien auf Netflix, manchmal sogar mit Jogginghose und ohne schlechtes Gewissen. Aber Kino war immer mehr. Ein kleines Event. Früher hat man sich ausgemacht, ist extra rausgegangen, hat davor vielleicht noch was getrunken. Heute heißt es oft nur, warten wir, kommt eh bald im Stream.
Und genau da liegt mein Problem. Wenn Netflix wirklich Warner schluckt, dann wird sich noch mehr Richtung Couch verschieben. Filme werden schneller ins Streaming gedrückt, Kinofenster werden kleiner, und irgendwann fragt sich jeder, warum man überhaupt noch rausgehen soll. Ich merk das ja bei mir selbst, und das macht mir fast ein bissl Angst.
Dazu kommt diese Vereinheitlichung. Alles schaut gleich aus, alles fühlt sich gleich an. Große Marken werden gemolken, bis nix mehr geht. Ich will keinen Algorithmus, der entscheidet, wie ein Film zu sein hat. Ich will Ecken, Risiken, manchmal auch Flops, aber bitte mit Seele.
Was mich besonders ärgert, ist das Benehmen im Kino geworden. Leute reden, tippen, leuchten mit dem Handy herum. Für mich war Kino immer fast wie Theater. Ein Ort, wo man respektvoll still ist und sich drauf einlässt. Vielleicht bin ich da altmodisch, kann sein. Ich hoff wirklich, dass aus dieser Fusion nicht nur mehr Content entsteht, sondern auch wieder mehr Mut fürs große Bild. Für Filme, die man sehen muss, nicht nur nebenbei konsumiert. Sonst stirbt das Kino nicht plötzlich, sondern langsam, leise und irgendwie traurig.
Am Ende bleibt bei mir nur die Hoffnung, dass wir uns erinnern, warum Kino einmal etwas Besonderes war, und vielleicht wieder öfter bewusst hingehen. Mottinger, diesmal bissi wehemütig, Ende und aus!
