Würd’s euer Mottinger nicht besser wüsste, würde ich echt am Ende glauben, Hollywood hat im Oktober kollektiv beschlossen, die größte Selbstsabotage der Filmgeschichte hinzulegen. Es war der schlechteste Oktober seit fast 30 Jahren. Kein Hit, kein Überraschungserfolg, nur Flops, einer nach dem anderen. Schlag auf Schlag. Ohne Pause. Der von mir schon mal erwähnte Absturz Hollywoods setzt sich also fort. Manchmal frag ich mich schon, ob da oben überhaupt noch jemand mit einem Taschenrechner sitzt oder einfach nur mit verbundenen Augen auf Drehbücher zeigt.
Disney hat das unglaubliche Kunststück vollbracht, über 100 Millionen in den Sand zu setzen. Mit Tron Ares, einer Fortsetzung, nach der buchstäblich niemand gefragt hat. Sie haben Laser-Lichtshows auf dem Hollywood Boulevard veranstaltet, Comic-Con-Stunts hingelegt und Millionen in Werbung gepumpt, und trotzdem wollte niemand den Film sehen. Jeff Bridges hat das Ganze sogar mit Heaven’s Gate verglichen, dem legendären Megaflop der 80er. Nur dass Heaven’s Gate im Nachhinein Kultstatus bekam. Aber Tron Ares? Euer Mottinger versucht hier ernsthaft zu bleiben. Nicht mal Nostalgie kann das retten. Über Jared Leto hab ich auch schon meine 2 Cent verloren hier.
Dann hätten wir Roofman. Channing Tatum und Kirsten Dunst, beide großartig, beide chancenlos. 27 Millionen Einspiel bei einem Budget von fast 200. Und das bei 86 % auf Rotten Tomatoes. Wenn selbst gute Filme keine Seele ins Kino locken, weiß man, dass irgendwas im System kaputt ist.
Und Dwayne Johnson? Der wollte es diesmal wirklich wissen. The Smashing Machine war sein Versuch, als „richtiger Schauspieler“ wahrgenommen zu werden. Drei Wochen später war der Film aus den Kinos. Vielleicht hätte er doch lieber wieder Autos werfen sollen.
Sogar Kritikerlieblinge wie Bugonia oder Anemone sind gnadenlos abgesoffen. Letzterer hat Daniel Day-Lewis nach acht Jahren aus dem Ruhestand geholt, nur damit niemand’s bemerkt.
Neun große Filme, alles Totgeburten schon bei der Ankunft. Vielleicht ist das das eigentliche Kunststück dieses Oktobers, nämlich ein komplettes Studio-System zu sehen, das an seiner eigenen Hybris erstickt. Vielleicht war’s auch einfach ein Reality Check. Nicht jeder Film braucht eine Fortsetzung, nicht jeder Star ist ein Garant und manchmal will das Publikum einfach, gar nix davon sehen, bzw einfach etwas anderes.
Na ja, Kopf hoch, Hollywood. Der November ist jung, und wer weiß, vielleicht kommt ja noch ein Wunder. Oder wenigstens ein Film, der keine 200 Millionen verbrennt. Was meint ihr? Mottinger Ende und Aus!
