Another Mottinger Rant incoming. Und wieder geht’s um’s Gaming. Grad letztens schon über die Playstation / Xbox Situation geschrieben. Heute mal übers Gaming allgemein. Manchmal denke ich an das Jahr 2003 zurück und mir wird fast ein bisserl weh ums Herz. Damals bin ich mit meinen Eltern zur Videothek (bei uns gab’s die Videowelt in der Gegend, kennt die noch jemand heute? *g) gefahren, hab mir irgendein Spiel ausgesucht, nur weil die Packung cool ausgeschaut hat. Keine Reviews, keine Wertung, kein Meta. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet und genau DAS war der Reiz. Zuhause angekommen, Disc bzw Cardrige rein, Controller in die Hand und dann einfach spielen. Nicht, um etwas abzuschließen. Erst recht nicht, um effizient zu sein. Sondern einfach, weil es Spaß gemacht hat. Punkt.
Heute wach ich auf, es ist 2025 und mein Monitor begrüßt mich mit blinkenden Icons. Steam, Launcher, Battle Pass, Dailies. Ein Freund schreibt, ob wir zocken, und mein erster Gedanke ist nicht „Geil“, sondern „Mist, ich hab den Reset verschwitzt““. Spielen fühlt sich oft nicht mehr wie Freizeit an, sondern wie eine To-do-Liste, die mir wer anders geschrieben hat. Und ja, ich klick sie brav ab, wie ein braver Trottel. Willkommen zurück im Hamsterrad. Nicht nur in der Arbeit, sondern auch beim Zocken.
Technisch sind Games heute absurd gut. Keine Frage. Riesige Welten, fotorealistische Grafiken, orchestrale Soundtracks. Siehe z.b. Doom. Eigentlich müssten wir vor Glück platzen. Und trotzdem laufe ich durch wunderschöne Open Worlds und denk mir öfter als mir lieb ist. Meh. Da stimmt doch was nicht. Und nein, ich glaub nicht, dass euer Mottinger und der Rest von uns einfach nur alte, grantige Gamer geworden sind, die alles Neue hassen.
Der Unterschied liegt woanders. Früher hab ich gespielt, weil das Spielen selbst Freude gemacht hat. Heute spiele ich oft, um Belohnungen zu bekommen. Fortschrittsbalken, Skins, Prozentzahlen. Extrinsische Motivation nennt man das, hab ich mir sagen lassen. Klingt gescheit, fühlt sich aber an wie Arbeit mit bunten Farben. Ich ertapp mich dabei, wie ich an süßen Pixelkatzen vorbeireite, weil ich noch schnell zur nächsten Quest will. Einmal streicheln reicht, Belohnung eingesackt, weiter geht’s. Eigentlich traurig, wenn man kurz drüber nachdenkt.
Ich seh das auch bei Multiplayer-Games. Früher haben wir Battlefield gezockt, weil wir Bock drauf hatten. Heute zock ich manchmal einen Modus, der mich null interessiert, nur weil er mir mehr XP für den Battle Pass gibt. Und ja, am Ende fühlt es sich sogar gut an, wenn da endlich 100 Prozent steht. Unser Hirn ist echt leicht zu verarschen.
Aber ich will nicht alles verteufeln. Spiele dürfen sich verändern und natürlichst ist nicht jede Neuerung part out schlecht. Das Problem beginnt dort, wo der Spaß am Spielen selbst verloren geht und nur noch das Durchspielen zählt. Wenn ich ein Game deinstalliere, sobald ich den letzten Skin freigeschaltet hab, dann läuft was schief.
Vielleicht liegt die Lösung gar nicht nur bei den Entwicklern, sondern auch bei uns. Weniger Effizienz, weniger Guides, weniger Druck. Mehr Herumprobieren, mehr Blödsinn machen, mehr zweckloses Spielen. So wie früher, als es egal war, ob man weiterkommt. Hauptsache, es war leiwand.
Und vielleicht sollten wir uns öfter fragen, nicht welches Spiel wir als Nächstes abschließen, sondern ob wir beim Spielen überhaupt noch lachen wie damals, oder ob wir nur noch brav unsere Dailies erledigen. Damit endet ein weiterer Mottinger Rant. Mottinger Ende und Aus!
