Euer Mottinger war gestern aus der Pressevorführung von The Running Man raus und hatte diesen sonderbaren Mix aus Wow und Naja in mir. So ein stranges Gefühl, das man hat, wenn man weiß, da ist etwas Gutes drin, aber es hätte halt wirklich mehr sein können. Und trotzdem, irgendwie hat er mich erwischt. Vielleicht weil ich eh schon mit der Erwartung reingegangen bin, dass Edgar Wright mir wieder einen seiner typischen visuell getakteten Adrenalinkicks serviert. Tja, bekommen hab ich den konventionellsten Wright Film überhaupt, fast so als hätte er vergessen, dass er eigentlich Edgar Wright ist.
Was mich aber wirklich überrascht hat, ist wie rückwärtsgewandt der Film eigentlich wirkt, gleichzeitig aber aktueller als vieles, was heuer sonst im Kino läuft. Die ganze Nummer mit generativer AI, Fake Reality, Medienmanipulation, das ist halt einfach nicht mehr Sci Fi, das ist unser Heute und Jetzt. Und wenn der Film dann genüsslich Werbung, Produktplatzierungen und dieses leicht unangenehme Zwischen uns und den Figuren bricht, fühlte ich mich schon ein bissl ertappt. Eh klar, ich hock selbst in einer Pressevorführung, kritzel Notizen rein, während Glenn Powell zum dritten Mal diese Puma Treter in die Kamera hält. Ja, subtil ist da schon was anderes.
Was ich aus der Presse Vorführung besonders stark mitgenommen hab, ist dieser Vergleich mit Verhoeven. Und ja, es stimmt. Der Film wirkt wirklich wie ein Paul Verhoeven Light, ein bissl Robocop Optik, ein bissl Starship Troopers Medienhieb, aber ohne die schneidende, zynische Brutalität. Und genau das fehlt, damit das Ganze so richtig sitzt. Dafür passt die Dystopie, der Retro Look, die Werbung, die dir dauernd ins Gesicht springt. Da war ich kurz richtig drinnen, fast so wie damals bei Millionenspiel.
Plot Convenient Bingo kann man hier auch hervorragend spielen. Alles passiert wie zufällig im perfekten Moment. Schon witzig, wenn man merkt, wie sehr man das eigentlich in anderen Filmen toleriert, aber hier stört es halt einfach eine Spur mehr. Vielleicht weil der Film selbst so laut behauptet, er sei schlauer als er dann im Detail ist. Und trotzdem, ich geb’s zu, euer Mottinger hatte doch schon seinen Spaß. Mehr als ich erwartet hab. Und mehr als ich vermutlich zugeben sollte.
Am Ende bleib ich mit dem Gefühl zurück, dass The Running Man mehr wollte als er konnte, aber genug geliefert hat, um mich dran denken zu lassen. Und das ist eh schon mehr, als viele Remakes zusammenbringen. Pia Reiser hat übrigens für FM4 auch eine feine Kritik zum Film geschrieben. Ab morgen darf sich auch das Fussvolk den Kino Blockbuster des Winters ansehen. Hoffentlich erfolgreicher als die anderen 2025 Flops. Soda, Mottinger Ende und Aus!
