Sorry liebe Leute, aber beim Mottinger geht’s grad drunter und drüber, deswegen bissi rar die Tage, was meine Postings angeht. Aber euer Mottinger gelobt Besserung. Heutiges Thema? Dwayne Johnson! The Rock! Und sein Versuch, einen Oscar zu gewinnen. Denn manchmal schaut man sich eine Oscar Kampagne an und denkt sich. Hmmmm.. hat da irgendwer kurz vergessen, dass wir alle ein Internet haben? Genau das ist mir bei Dwayne Johnson durch den Kopf geschossen.
Ich mag The Rock ja grundsätzlich. Wirklich. Er ist charismatisch, er ist eine Maschine und wenn er grinst, wirkt selbst der absurdeste Blockbuster für ein paar Minuten wie eine gute Idee. Aber bei seinem Anlauf Richtung Oscar mit The Smashing Machine war für mich irgendwann der Punkt erreicht, wo es nicht mehr nach ehrlichem Prestigeprojekt ausgeschaut hat, sondern nach einer PR-Offensive mit Gefühl auf Kommando.
Dabei ist die Rolle offenbar wirklich spannend. Er spielt Mark Kerr (hier gibt’s die Geschichte zum echten Mark Kerr) nicht als überlebensgroßen Helden, sondern als kaputten, innerlich zerrissenen Mann, der nach außen professionell wirken will, während ihm privat alles entgleitet. Genau das soll ja eine von Johnsons stärksten Leistungen überhaupt gewesen sein. Und grad deshalb ist es fast schade, dass rundherum so viel Kampagnenlärm war.
Dieser Moment in Venedig war dann der Anfang vom ganzen Theater. 15 Minuten Standing Ovation, Dwayne mit Tränen in den Augen, alle total ergriffen. Einziges Problem hier? Diese ewigen Festival Ovations sind inzwischen halt fast schon ein eigener Zirkus. Wenn eh gefühlt jeder Film minutenlang beklatscht wird, wirkt das irgendwann weniger wie Magie und mehr wie eine Disziplin bei den Olympischen Spielen für Filmschaffende mit gutem Durchhaltevermögen. Dass Johnson diese Szene dann auf jeder Talkshow wieder und wieder ausgepackt hat, hat es nicht besser gemacht. Sogar eher im Gegenteil.
Am schrägsten fand ich, wie sehr das nach exakt kalkulierter Erzählung geklungen hat. Da war plötzlich von „radical empathy“ die Rede, immer wieder, fast wie ein Slogan aus einer Branding Sitzung mit zu viel Kaffee und zu wenig Scham. Und wenn einer, der seit zwanzig Jahren an seiner eigenen öffentlichen Figur feilt wie andere Leute an einer Küchenplatte, auf einmal maximal verletzlich wirken will, dann merkt man halt auch, wie sehr das gebaut ist. Nicht böse gemeint, lieber Dwayne, aber ja, so ganz unter uns. Man spürt es.
Noch absurder wird’s, wenn Johnson so tut, als hätte ihn Hollywood in diese Franchise Ecke gedrängt. Bitte. Der Mann ist nicht versehentlich in Fast & Furious, Jumanji und Moana reingestolpert. Das war schon auch seine Entscheidung und zwar sehr bewusst. Dieses „ich wollte ja immer nur ernsthafte Stoffe machen“ kaufe ich ihm deshalb einfach nicht ganz ab.
Ich glaub schon, dass er irgendwann einen Oscar gewinnen könnte. Die Leistung scheint ja da zu sein. Why not. Aber genau deshalb hätte weniger Show, weniger Pathos und ein bissl weniger Selbstvermarktung vermutlich mehr gebracht. Oder wie formuliert es euer Mottinger vorsichtig genug. Die Academy hat gerochen, was da gekocht wurde und diesmal wollte halt keiner kosten.
Am Ende bleibt für mich vor allem eins hängen. Nämlich, dass gute Performances keine Dauerbeschallung brauchen. Manchmal wär ein bissl weniger einfach wirklich mehr, auch wenn das in Hollywood vermutlich niemand hören will. Zu einer Nominierung hat es für The Rock diesmal nicht gereicht, aber, aber mal sehen, wer sich in Kürze den Goldjungen für den besten Schauspieler 2026 sichern wird. Mottinger’s Tipp? Michael B. Jordan mit Sinners. Der Film war einfach zuuuuu gut und ich würd’s ihm wirklich gönnen! Mal sehen.. Mottinger, Ende und Out!
