Manchmal merkt man erst bei so einer Preisverleihung, wie gern Hollywood sich selbst feiert und wie schnell diese Glitzerfassade trotzdem Risse bekommt. Spät aber doch Mottinger’s Meinung zu den Oscars von vor 2 Tage. Wie euer Mottinger die Oscars 2026 empfunden hat? Sie waren unterhaltsam, chaotisch und ein bissl peinlich. Aber alles der Reihe nach.
Zwei Tage nach den Oscars 2026 bin ich noch immer in dieser leicht überdrehten Stimmung zwischen Kinohimmel und Fremdscham. Und ganz ehrlich, Leute. Ich hab mich heuer wirklich gefreut. Nicht über alles, eh klar. Aber dass Michael B. Jordan für Sinners den Oscar als bester Hauptdarsteller geholt hat, das hat mir den Abend schon versüßt. Vor ein paar Tagen schon, als ich über Dwayne Johnsons Oscar Kampagne geschrieben habe, habe ich meine Hoffnung erneuer. Ich mochte den Film sehr, nicht nur wegen der Wucht, sondern weil er sich was traut. Kein geschniegelt geschniegelt Oscar Köder, sondern Kino mit Puls. Dass Sinners am Ende vier Oscars mitgenommen hat, ist für mich absolut verdient, auch wenn beim ganz großen Wurf dann doch Schluss war.
Und ja, ich weiß schon. Ganz oben stand am Ende One Battle After Another mit sechs Oscars. Kann man so machen. Muss man aber nicht automatisch lieben. Ich bin da ein bissl trotzig, weil ich bei Sinners einfach emotional investiert war. Vielleicht unvernünftig, aber seit wann sind Oscars bitte eine Veranstaltung für vernünftige Leute?
Was ich Conan O’Brien lassen muss, denn dieser Mann kann so einen Abend tragen. Nicht geschniegelt, sondern mit Schmäh, Timing und genau dem richtigen Maß an Bosheit. Ich hab mehrmals grinsen müssen. Gleichzeitig überrascht mich der Quotenrückgang null. In den USA sahen heuer 17,86 Millionen zu, also deutlich weniger als im Vorjahr. Das Problem ist ja nicht Conan. Das Problem ist, dass die Oscars noch immer oft so tun, als würde die Welt brav dreieinhalb Stunden auf ihren roten Teppich starren. Tut sie halt nimma. Is halt so.
Und dann war da noch dieser unschöne Moment rund um Teyana Taylor. Kurz gesagt: Ein Security Mann hat sie offenbar geschubst, sie hat völlig zurecht die Nerven weggeschmissen, und das Video dazu kursiert inzwischen auf Instagram und z.b. hier auch auf X.com. Ich verlinke das, weil man selten so kompakt sieht, wie schnell aus Glamour blanke Respektlosigkeit wird. Die Academy zeigte sich danach selbst verärgert über den Vorfall. Verständlich. Wer Gäste einlädt, sollte sie nicht wie Störenfriede behandeln.
Am Ende bleib ich bei meinem Fazit. Mottingers Meinung zu den heurigen Oscars 2026? Ein unterhaltsamer Abend, ein verdienter Michael B. Jordan, ein guter Conan und eine Show, die endlich kapieren muss, dass Prestige allein heute niemanden mehr vorm Fernseher hält. Aber ich schau vermutlich nächstes Jahr eh wieder. Leider bin ich genau Teil des Problems. Aber gut. Mottinger Ende und Aus!
P.S: Wer die Oscar Gewinner 2026 verpasst hat, kann sie hier nachlesen.
