Mottinger's Meinung

Wo Meinung auf Popkultur trifft!

Pluribus gilt als Meisterwerk, für euren Mottinger ist es just Overhype!

Ab und zu fragt sich euer Mottinger schon, ob wir das gleiche gesehen haben. Die Frage stell ich mir grad bei der von allen gefeierten Serie Pluribus. Frag mich da wirklich ernsthaft, ob ich grad der Einzige bin, der da was nicht fühlt. Alle reden von mutig, von genial, von der nächsten großen Serie und ich sitz da mit verschränkten Armen und denk mir nur, na echt jetzt? Zündet beim Mottinger echt gar nicht. Muss ich euch leider sagen.

Die Prämisse geb ich zu, die ist natürlich stark. Ein Virus, ein kollektives Bewusstsein, keine Individualität mehr und mittendrin Carol Sturka, gespielt von Rhea Seehorn, die aus irgendeinem Grund sie selbst bleibt. Das klingt nach großer Science Fiction, nach Gesellschaftskommentar mit Hirn und die ersten zwei Episoden haben mich sogar erwischt. Unruhig, kalt, fast schon unangenehm, genau so mag ich das eigentlich. Auch der Name Vince Gilligan weckt Erwartungen, die man kaum ignorieren kann.

Aber dann passiert etwas, das mich wahnsinnig macht. Die Serie bleibt stehen. Einfach so, Verliert komplett an Tempo. Dieser berühmte bzw eher berüchtigte Gilligan-Kaugummieffekt, nur diesmal ohne den befriedigenden Geschmack am Ende. Statt mir mehr über dieses Kollektiv zu erzählen, über das Virus, über die Welt nach dem Umbruch, starrt mich die Serie permanent mit Bedeutungsschwere an und sagt doch nix Neues. Mysteriös um des Mysteriösen willen. Das ist kein Tiefgang, das ist Verzögerung. Wir wollen das Kind beim Namen nennen. Zumindest hier, auf dem Mottinger.at Blog.

Und ja, ich weiß schon, jetzt kommt wieder das Argument, man müsse das erst verstehen. Nein. Ich seh genau, was da passiert. Euer Mottinger weiss schon von was er redet. Tonal schwankt Pluribus zwischen Horror, Satire und ernster Parabel, entscheidet sich aber für nichts davon. Es fühlt sich an, als hätte jemand fünf gute Ideen gehabt und sie dann alle gleichzeitig erzählen wollen. Das Ergebnis ist für mich überraschend leblos.

Rhea Seehorn war für mich schon in Better Call Saul schwierig, hier ist sie jetzt endgültig zu viel. Diese dauer-depressive Präsenz als Hauptfigur zieht alles runter, ohne mir emotional wirklich etwas zurückzugeben. Als Nebenfigur lass ich sie grad noch durchgehen, als Zentrum einer Serie für mich einfach anstrengend. Sorry, Rhea.

Aja. Wer beim Kollektiv an AI (bzw auf Deutsch KI) dachte, der lag falsch. Hab mir auch gedacht, dass hier die künstliche Intelligenz thematisiert wird, aber in der Rich Eisen Show hat er das verneint. Er habe die Ideen dazu schon vor 10 Jahren gehabt, da gab es noch kein ChatGPT oder Claude. Lucky Punch?

Am Ende bleibt für mich eine der overhypedesten Serien des Jahres. Hochglanz, starke Bilder, aber inhaltlich definitiv eer gelaufen. Und nein, das ist kein Angriff auf euren Geschmack. Das ist nur meine Meinung, leicht genervt, ein bissl rebellisch, aber ehrlich. Ich hab das ganze natürlich zu Ende angeschaut, gestern kam ja schon das Staffel Finale mit der 9. Folge.

Vielleicht seh ich Staffel 2 ja anders, vielleicht auch nicht. Die Serie ist erstmal für 2 Staffeln ausgelegt, also mal sehen, ob die hier dann noch an Fahrt gewinnt. Breaking Bad war die erste Staffel auch bissi zach, nahm dann aber an Fahrt auf. Let’s see. Ich hoffe nur, dass bei all den Rekorden jetzt niemand das Ding in mehr Staffeln strecken möchte. Büdde nicht! Mottinger, Ende und Aus!