Heute hat euer Mottinger wieder mal etwas nicht Film-relevantes für euch. Aber doch etwas, was eurem Mottinger doch am Herzen liegt. Irgendwie naheliegenderweise, da er wohl zu den mächtigsten Menschen der Welt aktuell zählt. Von wem euer Mottinger spricht? Sam Altman! OpenAI Oberzampano.
Ich mein, Sam Altman hat schon was. Er redet ruhig, fast beruhigend, wie jemand, der dir erklärt, dass eh alles gut wird, auch wenn grad eure Hütte abbrennt. Er verspricht Lösungen für gefühlt alles, Krebs, Klima, Demokratie, sogar mentale Gesundheit. Wenn man ihm zuhört, wirkt es fast unhöflich, skeptisch zu sein. Und trotzdem bin ich es. Vielleicht weil ich aus Österreich bin und wir bei großen Versprechen reflexartig fragen: Ja eh, aber wer zahlt das? Schon eine berechtigte Frage, denke ihr stimmt mir hier zu.
Was mich wirklich stutzig macht, sind diese Summen. Über eine Billion Dollar für KI Infrastruktur, während OpenAI aktuell Einnahmen hat, die im Vergleich dazu fast wie Taschengeld wirken. Ich bin kein Finanzgenie, ich vergesse sogar manchmal meine Handyrechnung, aber das fühlt sich nicht ganz rund an. Altman verkauft die große Zukunft, und wir sollen ihm dafür alles geben, Daten, Energie, Vertrauen. Quasi alle Eier in einen Korb, nämlich in seinen. Selbst OpenAI CFO Sarah Friar beginnt in einer Unterhaltung zu stottern und droppt ein „ähm“ nach dem anderen, wenn es um die Finanzen von OpenAI geht. Hier ist der Auszug. Das der Steuerzahler im Notfall zur Kassa gebeten wird? Srsly?
Übrigens geht das Investment Karussel mit OpenAI fröhlich weiter. Amazon „investiert“ 10 Milliarden US Dollar in das AI Unternehmen. Michael Burry spricht mittlerweile hier schon von Betrug. Hier sein Tweet dazu. Ich weiss, ich weiss, von den 200 vorhergesagten Crashes hat Burry 2 richtig vorhergesagt, aber ich denke, seine Argumente sind hier definitiv nicht von der Hand zu weisen.
Dann gibt es noch diese alten Geschichten. Loopt, Y Combinator, die Sache mit den Nutzerzahlen. Immer wieder dieses Muster: große Vision, wenig Einblick und am Ende heißt es, vertrau mir einfach. Oder wie es im VC Englisch wohl heisst: „Just trust me, bro„! Unterstützt von Leuten wie Peter Thiel, die auch nicht gerade für Bescheidenheit bekannt sind. Das ist natürlich kein Verbrechen, aber es erklärt den Stil.
Besonders schräg find ich Worldcoin. Eine globale Währung, Identitätsprüfung über Augenscans, alles für das angeblich kommende Zeitalter ohne Jobs. Das klingt wie Science Fiction, nur dass die Orbs schon herumstehen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin noch nicht bereit, meine Augen scannen zu lassen, nur weil mir jemand eine bessere Welt verspricht. Aber auch hier wird ein Problem gelöst, welches es ohne das Zutun von Altman wahrscheinlich gar nicht gegeben hätte.
Versteht mich nicht falsch, euer Mottinger liebt Technologie. Ich nutz KI selbst, täglich. Ich schreibe hier auf meinem Blog hier auf Mottinger.at. Aber ich mag keine Messias Figuren, egal ob sie Hoodie oder Anzug tragen. Fortschritt braucht Kontrolle, Widerspruch und ein bissl Misstrauen. Sonst endet man schneller als gedacht in einem Experiment, dem man nie zugestimmt hat. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich stell lieber Fragen, als später zu sagen, das hab ich nicht kommen sehen. Ein wirklich gutes Video zu dem ganzen Thema hat übrigens More Perfect Union gemacht. Schaut euch das BITTE, BITTE an, ich finde, die haben das ganze Thema gut auf den Punkt gebracht.
Am Ende bleibt für mich nur dieser Gedanke. Visionen sind wichtig, keine Frage, aber Vertrauen ist kein Freibrief. Und ein Korb voll Eier ist schneller leer, als man glaubt. Mottinger, Ende und Aus!
