Euer Mottinger ist zurück und mit einer (vielleicht, kA wie ihr das seht, aber) gewagten These: Cameron Frye ist der wahre Held von Ferris macht blau. Punkt. Bzw Ausrufezeichen! Ich weiß, das ist ein Sakrileg für alle, die Ferris als coolsten Typen der 80er feiern, aber mal ehrlich und unter uns, Leute. Ferris ist im Grunde ein charmanter Chaos-Stifter ohne nennenswerte Charakterentwicklung. Cameron dagegen? Der Typ macht eine komplette seelische Transformation durch. Ich hoffe ihr werdet dieser Mottinger These folgen können. Gehen wir es mal an.
Ferris kann alles und weiß alles, er hackt Computer, er tanzt auf Festwagen, er kann sogar vorhersagen, was Cameron denkt. Er ist quasi ein Teenager-Superheld, allerdings einer, der so unrealistisch ist, dass John Hughes selbst gesagt hat, Ferris sei nie als realer Mensch gedacht gewesen. Cameron hingegen ist so echt, dass es fast schon weh tut. Der Kerl liegt zu Beginn des Films im Bett und redet sich ernsthaft ein, dass er krank ist, nur um nicht mit der Realität da draußen konfrontiert zu werden. Ich glaube, jeder kann sich in Cameron hineinfühlen.
Und dann kommt dieser Tag. Ferris zieht ihn aus seinem Schneckenhaus, ja, aber Cameron ist derjenige, der am Ende seine Angst in Wut verwandelt und den Ferrari seines Vaters zerstört. Das ist kein Unfall, das ist ein Befreiungsschlag. Er entscheidet, nicht mehr klein beizugeben, und nimmt die Konsequenzen auf sich. Kein „Ferris rettet mich“ Moment, sondern ein „Ich kläre das jetzt“ Moment.
Und das Beste an der Geschicht ist, dass Cameron ist der Einzige ist, der Ferris wirklich aus dem Konzept bringt. Alle anderen, von den Schülern bis zum verpeilten Direktor Rooney, sind nur Statisten in Ferris’ Show. Aber Cameron? Der zwingt Ferris, kurz innezuhalten und zu checken, dass nicht alles nur Spaß und Spiel ist.
Das Schöne an Ferris macht blau ist, dass diese beiden so unterschiedlich sind und trotzdem füreinander funktionieren. Ferris gibt Cameron den Kick, den er braucht und Cameron gibt Ferris einen Moment echter Tiefe. Und weil Matthew Broderick und Alan Ruck damals (und auch heute noch) auch privat befreundet waren, knistert diese Chemie auf der Leinwand. Das funktioniert, auch noch im Jahr 2025. Wer den Film nicht gesehen hat, sollte das sofort nachholen. DICKE Empfehlung vom Mottinger hier.
Also ja, Ferris mag der Namensgeber sein, aber wenn ihr mich fragt, ist das Camerons Film. Ferris sorgt nur für die Kulisse, Cameron liefert die Geschichte.
Manchmal sind es nicht die lauten, glänzenden Figuren, die am meisten bewegen, sondern die leisen, die sich trauen, endlich laut zu werden. Was meint ihr? Könnt ihr Mottinger’s Meinung auch heute wieder folgen? Lasst es mich wissen! Over und Ende!