Euer Mottinger muss euch hier ertwas gestehen. Ich schau mir Die Glücksritter jedes Jahr zu Weihnachten an. Ich bin mir zeimlich sicher, ich bin da nicht der einzige. Und nicht nur einmal, sondern meistens gleich zwei- oder dreimal. Passiert, yepp. Während andere bei Drei Haselnüsse für Aschenbrödel seufzen oder bei Love Actually Rotz und Wasser heulen, sitz ich vorm Fernseher und freu mich wie ein kleines Kind, wenn Eddie Murphy zum ersten Mal das Parkett betritt.
Warum? Weil der Film einfach verdammt clever ist. Lustig, bissig und so schön frech, dass es fast schon verboten gehört. Und dabei spielt er mit einem Konzept, das uralt is, die Geschichte vom Prince and the Pauper, aber er macht’s auf eine Art, die in den 80ern wie ein Schlag ins Gesicht war. Und heute? Immer noch topaktuell. Und vor allem lustig. Auch wenn der eine oder andere den Film auch gerne canceln würde. Tz Tz.
Was viele nicht wissen. Ursprünglich war das Drehbuch für Richard Pryor und Gene Wilder gedacht. Yapp, ehrlich. Kann man hier nachlesen und darunter gleich auch paar andere Fun Facts. Ich mein, wie ikonisch wär das gewesen? Aber zum Glück ist es dann anders gekommen. Eddie Murphy war noch frisch vom Set von 48 Stunden, ein roher Diamant mit mehr Charisma als ganz Hollywood zusammen. Und er bringt diese Rolle so unfassbar locker rüber. Billy Ray Valentine is einfach Eddie Murphy pur, wie er leibt und lebt.
Und dann ist da noch Dan Aykroyd. Ja, der war zu dem Zeitpunkt eigentlich schon abgeschrieben. Dr. Detroit war ein Flop, Belushi war tot und die Studios waren skeptisch. Aber John Landis hat sich nicht reinreden lassen und auf sein Bauchgefühl gehört. Zum Glück. Aykroyd spielt den versnobten Winthorpe so überzogen, dass man fast Mitleid mit ihm bekommt, wenn er später als versoffener Santa mit ner Lachssemmel im Bart rumwankt. Fast.
Die wahre Sensation ist aber Jamie Lee Curtis. Von der „Scream Queen“ zur cleveren, geldbewussten Prostituierten mit Herz und Hirn. Was für eine Verwandlung! Und ja, ihre Brüste haben eine eigene IMDb-Seite verdient, aber ehrlich gesagt war das nicht mal das Beste an ihrer Performance. Sie war stark, charmant und gleichzeitig total bodenständig. Ihre Figur hätte leicht zum Klischee werden können, ist sie aber nicht.
Und dann gibt’s da noch die legendären Duke-Brüder. Diese zwei alten Knacker, die für einen Dollar die Welt von zwei Menschen komplett auf den Kopf stellen. Bitterböse und so herrlich überzeichnet, dass es weh tut. Don Ameche musste sogar überredet werden, ein einziges „fuck him“ zu sagen. Ich mein, come on, das war eines der Highlights des Films! 1x hat es sagen können, für weitere Takes war er nicht zu haben.
Was die Glücksritter aber wirklich ausmacht, ist diese Mischung aus Slapstick, Gesellschaftskritik und absurdem Wahnsinn. Ob es jetzt die Gorilla-Szene ist (ja, ich weiß, ein bisschen drüber) oder wenn Eddie am Ende cool in die Kamera grinst. Alles sitzt. Nix wirkt veraltet, nix peinlich. Nur zeitlos gute Unterhaltung mit Hirn und Herz. Eine wirklich gute Film Analyse bzw echt interesse Hintergrundgeschichten zu den Dreharbeiten zum Film kann man hier auf Youtube sich ansehen. Mottinger’s klare Empfehlung!
Also, falls ihr noch nie Die Glücksritter gesehen habt oder euch nicht mehr erinnern könnt. Schnappt euch eine Decke, ein paar Kekse und lasst euch mitreißen. Und wer weiß. Vielleicht sagt auch ihr am Schluss „Ich fühl mich auch gut, Louis!“ in eure Glühweinrunde rein. Ich tu’s jedenfalls jedes Jahr.